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Bitcoin kurz vor dem Flug zum Mond?

Nachdem 2017 definitiv das Jahr des Bitcoins, Altcoins und der Blockchain war, lässt 2018 die mit utopischen Renditen verwöhnten Kryptoinvestoren noch ziemlich unbefriedigt. Wie steht es aktuell um das “digitale Gold”? Was läuft hinter den Kulissen ab? Welche Meldungen bekommt man aktuell nicht aufgetischt, vermutlich weil der Bitcoin rund 70% seines Wertes verloren hat? 

 

Verblüffende Korrelation zum Gold ETF 2003

Quelle: Reddit

Was wir hier sehen ist der direkte Vergleich zweier alternativer Währungen: Gold & Bitcoin. Beide dieser möglichen Krisenwährungen basieren im Grunde auf der selben Wertschöpfung: Eine maximale Anzahl.

2003 führte ETF Securities den ersten globalen ETF (Exchange Traded Fund) ein. Daraufhin war es dem Otto-Normalverbraucher auch möglich in Form von z.B. Sparplänen (jeden Monat 25€) in Gold  bzw. den ETF zu investieren. Durch die niedrige Eintrittsbarriere war es also sehr einfach  viel & schnell  in Gold anzulegen. Was wir seit dem gesehen haben, war eine exorbitantes Wachstum der Marktkapitalisierung bzw. ein sprunghafter Anstieg des Goldpreises von rund 350$ (2003) auf zwischenzeitliche 1900$ (2011) welcher in der globalen Vertrauenskrise, ausgelöst durch die Subprime Krise 08/09, gipfelte. Aktuell sind die Winkelvoss  Zwillinge (ehemalige Co-Founder von Facebook) dabei den ersten Bitcoin ETF an den Start zu bringen, um jedem Anleger zu ermöglichen mit kleinen Summen sukzessiv eine bestimmte Menge an Bitcoins zu akkumulieren. Die SEC (US Securities and Exchange Commission) verschob erneut den schon mehrmals verschobenen Termin der finalen Entscheidung, ob der BTC-ETF legitim sei. Ein genaues Datum ist nicht bekannt. Man spekuliert auf Q4/18 bzw. Q1/19.

Wo stehen wir nun mit dem Bitcoin? Charttechnisch und fundamental gesehen an der gleichen Stelle wie Gold 2003. Die erste “revolutionäre Blase” haben wir hinter uns.  Im Jahre 2000 war es die Dotcom-Bubble, bei deren platzen der Nasdaq100 (USA-Index ohne Finnzsektor) rund 85% verlor. Quasi gleiches sahen wir beim Bitcoin in diesem Jahr, der für viele Anleger schmerzhaft ausblutete und rund 70% abgeben musste. 

Ironischer weise wollten viele Anleger, als der Bitcoin bei 20.000$ stand,  nochmal gern für die alten, vierstelligen Preise einkaufen. Aktuell sehen wir die “alten Preise”, jedoch ist der Enthusiasmus aufgrund von diversen Meldungen bzw. auch keinen Meldungen gebremst. Um zu veranschaulichen was aktuell hinter den Kulissen passiert, welche Kooperationen/Partnerschaften geschlossen und welche Regularien erlassen werden hier ein Artikel den ich persönlich ziemlich aussagekräftig fande.

Angesichts dessen, dass wir im größten Experiment der Geschichte stecken (der Euro als einheitliches Währungssystem), dessen Ausgang so unsicher ist wie Würfelspiele, ist es immer von Vorteil sein Portfolio zu diversifizieren.

Kryptowährungen bieten daher eine noch nie dagewesene Anlageform, deren Priorität auf  der Gleichberechtigung basiert. Allein wenn das gesamte “Konstrukt”, welches nur auf Vertrauen basiert, und aktuell noch so dick wie ein halber Schnürsenkel ist kollabieren sollte, werden wir eine riesige Kapitalflucht sehen. Jeder möchte, unter allen Umständen, sein Hab und Gut mindestens behalten. Um den Wert dieses Hab und Gutes zu konservieren, greift man auf verschiedene Assets zurück. Zum Beispiel: Gold, Silber, Immobilien, Kunst, Oldtimer, Landwirtschaft, Firmen, Währungen oder auch alternative Währungen wie Bitcoins. In solchen Szenarien sieht man oft explosionsartige Wertsteigerungen, da alle Bürger versuchen krampfhaft noch diverse Assets zu adäquaten Preisen zu erhaschen, dies sich jedoch in fast senkrechten Preiskurven widerspiegelt.

Diese Anomalie bezeichnet man als “Crack Up Boom”. Ob und in wiefern Kryptowährungen von solch einer Vertrauenskrise profitieren werden ist natürlich fraglich. Einzig und allein die Zukunft wird es zeigen.